Montag, 12. März 2012

Shaolin: In der Ruhe liegt die Stärke


In der Ruhe liegt die Kraft

Ein Buch über die "Shaolin" schenkt neue Lebensenergie und Weisheiten

Allein das Lesen von "Shaolin. Das Geheimnis der inneren Stärke" verleiht
Flügel. Der Ratgeber von Thomas Späth und Shi Yan Bao ist in neun
Kapitel eingetreilt und eine Schule in Sachen Gelassenheit, Achtsamkeit
und Toleranz. Jeder hat Probleme zu bewältigen, doch jede dunkle
Seite hat auch eine helle. Meist grübeln vielen Menschen über ihre Sorgen
oder regen sich über Dinge im Alltag auf, die sie nicht ändern können wie
die Verspätung eines Zuges oder die lange Kassenschlange. Aber nicht
die Situationen sind immer schlimm, sondern was der Einzelne darüber
denkt. Die Autoren lehren einen, die eigenen Gedanken und Gefühle
wahrzunehmen und sie zu kontrollieren. Das ist zugegebenermaßen nicht
einfach. Wer das nicht kann, konzentriert sich auf die Atmung. Das geht
leichter. Es ist grundsätzlich nicht egal, was der Mensch denkt. Denn
aus schlechten Gedanken entstehen schlechte Gefühle und im schlimmsten
Fall Krankheiten. Es erfordert einige Übung, seine Gedanken zu steuern.
Viele überlassen sich dem Grübeln, anstatt sich an etwas Schönes wie einen
Sonnenuntergang zu erinnern. Um ins Lot zu kommen, verweisen die Autoren
auf die Reduktion von Außenreizen. Heutzutage sind die meisten auf Lärm,
Berieselung durch das Fernsehen und Radio, auf die permanente Bereitschaft
für E-Mails und soziale Netzwerke gepolt. Manche sind sogar süchtig nach
Facebook und Co. Diese Mechanismen im Gleichstrom der Zeit laufen
fast automatisch ab. Aber Bilder von unangenehm schrecklichen Filmen
abends können den Schlaf negativ beeinflussen und Albträume bescheren.
Weniger fernsehen, weniger Shoppingtouren, moderate Internetnutzung,
weniger telefonieren und schlechte Nachrichten konsumieren, erhöhen die
Lebensqualität. Mehr Kraft für den Einzelnen ist das Resultat. Auch
Negatives wie Menschen, die nur von Katastrophen reden, schwächen.
Es ist besser, sich mit positiven Energien zu umgeben, sofern das steuerbar ist.
Privat wie beruflich gilt es bei Übergriffen, Grenzen zu ziehen. Um nicht
auszubluten.
Stattdessen sollte sich jeder ab und an mit Hingabe erfreulichen Dingen
hingeben. Manche haben diesen "Flow, diese totale Versenkung in eine
Tätigkeit beim Musizieren, Malen oder Fotografieren. Wer richtigen
Kummer wegen Krankheit, einer Trennung oder einem Todesfall hat, kann
sich sagen: "Auch dies geht vorbei." Die hohe Kunst besteht darin, auch
Gutes an schlechten Situationen zu finden. Krisen bieten Chancen für
einen Neuanfang. Wer warten muss, kann sich in Geduld üben. Die glücklichsten
Menschen sind angeblich buddhistische Mönche, die Meditationen für
Wohlwollen und Mitgefühl pflegen. Das zeigten Computertomografen mit Aufnahmen
des Großhirns. Wenn wir uns und andere mit all den Schwächen und
Fehlern annehmen, haben wir mehr Zufriedenheit. Ärger ist meist hausgemacht.
Nicht durch andere, wie oft vermutet wird. Jeder hat eben andere Werte.
Dadurch nehmen wir die Macht über uns heraus. Wer wenig erwartet, wird
weniger enttäuscht. Das ist sehr wirksam.
Andern zu helfen ist gut, aber nicht unbegrenzt. Dankbar sein
für das, was jeder hat, ist auch eine gute Übung für mehr Zufriedenheit.
Gegen die Sucht und Gier nach mehr. Der Shaolin-Ratgeber ist eine
kleine Reise in Sachen Lebensweisheit. Flexibel, aber beharrlich Ziele
erreichen, statt verbissen und hektisch zu kämpfen. Je mehr sich der Mensch
verkrampft, desto schlechter ist das Resultat. Wie das Wasser sich seinen
Weg bahnt, so gilt auch für den Einzelnen: Steter Tropfen höhlt den Stein.
Wer frisch verliebt ist, ist automatisch gelassener. Er sieht alles durch die
rosarote Brille, lächelt und wird angelacht. Vielleicht hilft auch diese
Erinnerung, das Leben leichter zu nehmen. Das Buch ist wie ein guter
Coach. Es tut einfach nur gut.
(c) Corinna S. Heyn

Dr. Thomas Späth/Shi Yan Bao,
Shaolin. Das Geheimns der inneren Stärke.
Gräfe und Unzer 201.
Preis: 14,99 Euro
www.gu.de

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